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Die Antike und die Historia de regibus von Johannes Magnus

Nilsson, Astrid LU (2014) Forschungskolloquium, Philipps-Universität Marburg
Abstract (Swedish)
Abstract in German

Die Historia de regibus enthält – abgesehen von mehr als 200 Könige und Königinnen, moralisierende Kommentare, Treulosigkeit, Wortspiele, Schlachten und Liebesgeschichten – Hinweise auf die antike Literatur und die großen Gestalten der klassichen Antike. Meine Liste hier und heute ist auf lateinische Autoren und Gestalten eingeschränkt, aber Johannes spricht auch von griechischen Autoren, und er zitiert auch, ohne den Namen mitzuteilen. Schon im Vorwort erwähnt Johannes Cicero, Cäsar und Sallust , und Cicero kommt manchmal zurück. Später begegnet man entweder dem Namen, einem Zitat (oder mehreren) oder Allusionen zu Tacitus, Claudianus, Lucanus, Vergil ... Einige Beispiele von anderen Personen aus der... (More)
Abstract in German

Die Historia de regibus enthält – abgesehen von mehr als 200 Könige und Königinnen, moralisierende Kommentare, Treulosigkeit, Wortspiele, Schlachten und Liebesgeschichten – Hinweise auf die antike Literatur und die großen Gestalten der klassichen Antike. Meine Liste hier und heute ist auf lateinische Autoren und Gestalten eingeschränkt, aber Johannes spricht auch von griechischen Autoren, und er zitiert auch, ohne den Namen mitzuteilen. Schon im Vorwort erwähnt Johannes Cicero, Cäsar und Sallust , und Cicero kommt manchmal zurück. Später begegnet man entweder dem Namen, einem Zitat (oder mehreren) oder Allusionen zu Tacitus, Claudianus, Lucanus, Vergil ... Einige Beispiele von anderen Personen aus der Antike, die er erwähnt, sind Verres, Catilina, Nero, Domitian, Sulla, Augustus … Heute konzentriere ich mich aber auf ein paar von den Allusionen zu Vergil.

Alle Feinde der Goten sind total unzuverlässig und versuchen es immer, mit Verschlagenheit zu siegen, weil es unmöglich ist, gegen die Goten mit Tapferkeit und Waffen zu siegen.

Dieses Bild von den Feinden ist ein wirkungsvolles Gegenbild zu der typischen gotischen Tapferkeit, und mit diesem Kontrast unterstreicht Johannes Magnus die Großartigkeit der Goten – d.h. der Schweden. Die Persica fides bedeutet genau dasselbe wie die Graeca fides und die Danica fides, und alle drei sind der Punica fides (von Sallust) ähnlich. Auch in der Konstruktion des Feindbildes gibt es also Anspielungen auf die Antike, und damit konnte Johannes Magnus zeigen, dass er der Gelehrtenrepublik der Renaissance wirklich zugehörte, obwohl er aus einem kleinen, nördlichen Land stammte! (Less)
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unpublished
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Forschungskolloquium, Philipps-Universität Marburg
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German
LU publication?
yes
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3c1bee62-bf84-488c-a734-f8aabe2071a6 (old id 5467323)
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2015-06-08 16:23:58
date last changed
2016-04-16 11:35:52
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Die Historia de regibus enthält – abgesehen von mehr als 200 Könige und Königinnen, moralisierende Kommentare, Treulosigkeit, Wortspiele, Schlachten und Liebesgeschichten – Hinweise auf die antike Literatur und die großen Gestalten der klassichen Antike. Meine Liste hier und heute ist auf lateinische Autoren und Gestalten eingeschränkt, aber Johannes spricht auch von griechischen Autoren, und er zitiert auch, ohne den Namen mitzuteilen. Schon im Vorwort erwähnt Johannes Cicero, Cäsar und Sallust , und Cicero kommt manchmal zurück. Später begegnet man entweder dem Namen, einem Zitat (oder mehreren) oder Allusionen zu Tacitus, Claudianus, Lucanus, Vergil ... Einige Beispiele von anderen Personen aus der Antike, die er erwähnt, sind Verres, Catilina, Nero, Domitian, Sulla, Augustus … Heute konzentriere ich mich aber auf ein paar von den Allusionen zu Vergil. <br/><br>
Alle Feinde der Goten sind total unzuverlässig und versuchen es immer, mit Verschlagenheit zu siegen, weil es unmöglich ist, gegen die Goten mit Tapferkeit und Waffen zu siegen. <br/><br>
Dieses Bild von den Feinden ist ein wirkungsvolles Gegenbild zu der typischen gotischen Tapferkeit, und mit diesem Kontrast unterstreicht Johannes Magnus die Großartigkeit der Goten – d.h. der Schweden. Die Persica fides bedeutet genau dasselbe wie die Graeca fides und die Danica fides, und alle drei sind der Punica fides (von Sallust) ähnlich. Auch in der Konstruktion des Feindbildes gibt es also Anspielungen auf die Antike, und damit konnte Johannes Magnus zeigen, dass er der Gelehrtenrepublik der Renaissance wirklich zugehörte, obwohl er aus einem kleinen, nördlichen Land stammte!},
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