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Kein Grund zur Beruhigung

Zelli, Fariborz LU (2004) In Zeitschrift Entwicklungspolitik 25(4). p.59-60
Abstract
Rezension des Bandes „Die Rousseau-Frage – ökologisch definiert”,
herausgegeben von Udo E. Simonis

Der Band ist hervorgegangen aus einer öffentlichen Ausschreibung aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums des „Jahrbuchs Ökologie” im Jahre 2001 zur Fragestellung: „Hat der Fortschritt der Wissenschaften und Künste dazu beigetragen, die Umwelt zu schützen und zu bewahren?” Diese Thematik lehnt sich an die von der Akademie von Dijon im Jahre 1750 gestellte Frage an, ob Wissenschaften und Künste zur Stärkung der gesellschaftlichen Moral beitragen – eine Frage, die von Jean-Jacques Rousseau damals in seinem preisgekrönten Essay “Discours sur les sciences et les arts” verneint wurde.
Nachdem sich insgesamt 40 Autoren am Wettbewerb... (More)
Rezension des Bandes „Die Rousseau-Frage – ökologisch definiert”,
herausgegeben von Udo E. Simonis

Der Band ist hervorgegangen aus einer öffentlichen Ausschreibung aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums des „Jahrbuchs Ökologie” im Jahre 2001 zur Fragestellung: „Hat der Fortschritt der Wissenschaften und Künste dazu beigetragen, die Umwelt zu schützen und zu bewahren?” Diese Thematik lehnt sich an die von der Akademie von Dijon im Jahre 1750 gestellte Frage an, ob Wissenschaften und Künste zur Stärkung der gesellschaftlichen Moral beitragen – eine Frage, die von Jean-Jacques Rousseau damals in seinem preisgekrönten Essay “Discours sur les sciences et les arts” verneint wurde.
Nachdem sich insgesamt 40 Autoren am Wettbewerb des „Jahrbuchs Ökologie” beteiligt hatten, wurden 18 Beiträge für den vorliegenden Band ausgewählt. Die unterschiedlichen Biographien der Autoren spiegeln die Interdisziplinaritaet und den Querschnittscharakter der Umweltthematik wider; neben Wissenschaftlern aus unterschiedlichsten Bereichen wie Kunstgeschichte, Philosophie oder Verhaltensphysiologie, sind auch Studienräte, Literaturübersetzer und Mitarbeiter oberster Bundesbehörden unter den Verfassern. Folgerichtig nähern sich die Autoren der Fragestellung aus recht unterschiedlichen Perspektiven, so dass eine inhaltliche Kohärenz oder Komplementaritaet der Beiträge nicht erwartet werden kann. Dies wurde vom Herausgeber auch nicht angestrebt; ihm geht es vielmehr darum – so Udo E. Simonis in seiner kurzen Einführung –, durch die Veröffentlichung eine „breit gefächerte Diskussion” (S. 8) über die Fragestellung auszulösen.
Die in Kapitel I zusammengefassten Beiträge haben vorrangig das destruktive Potenzial von Wissenschaften und Künsten zum Thema. Gemeinsam ist diesen Artikeln, dass sie in der Moderne die Kulmination zweier Prozesse verorten: zum einen die zunehmende Zerstörung der (äußeren) Natur im Zuge eines fortwährenden Wachstumszwangs – und zum anderen die damit einher gehende wachsende Entfremdung des Menschen von der (inneren) Natur (vgl. Maik Hosang, S. 107). Folgerichtig erklären die meisten Autoren die gegenwärtigen Umweltprobleme evolutionistisch, so z. B. Falter, der in der Umweltkrise „nur ein Symptom drohender Entmenschlichung des Menschen” sieht (S. 17) oder Wohanka, der dem gegenwärtigen Zustand sogar die Bezeichnung als „Krise” verwehrt, da er „das Ergebnis eines urwüchsigen, von uns Menschen nicht ‚verantwortbaren’, jedoch von unserem Handeln getragenen Prozesses ist, der mit der Vertreibung aus dem biblischen Paradies (…) begann” (S. 80). Bei ihren Vorschlägen zur Bewältigung dieser Krise oder Nicht-Krise freilich schaltet ein Grossteil der Autoren dieses ersten Kapitels – mit Ulrich Beck gesprochen – „von der System- auf die Handlungslogik” herunter. Am weitesten geht hierbei Piechoski, der in Form von Appellen wie „Mitwelt statt Umwelt!”, „Wirtschaft ohne Wachstumszwang!” und „Ästhetik der Nachhaltigkeit!” (S. 37ff.) die Säulen eines Projekts der ökologischen Aufklärung skizziert, das durch die Erfahrung der Umweltkrise einen entscheidenden Antrieb erhalten soll. Demgegenüber denken Wohanka und Rheinz ihre systemischen Analysen konsequent zu Ende und erteilen allen Hoffnungen auf eine Patentlösung eine klare Absage. So wird es laut Wohanka eine strategisch gewollte Alternative im Umgang mit der Natur nicht geben: „Jede ‚Lösung’ ist zugleich ‚Problem’” (S. 92).
Die unter Kapitel II subsumierten Beiträge geben deutlich optimistischere Antworten, indem sie das in Wissenschaften und Künsten vorhandene konstruktive Potenzial zur Bewahrung der natürlichen Umwelt erörtern und in Handlungsvorschläge zu übersetzen versuchen. Einen – gegenüber den zumeist recht abstrakten Lösungsmodellen wie etwa einer Neustrukturierung der Wissenschaften (Andelfinger) – recht praktikablen, wenn auch sehr speziellen Vorschlag formuliert Michael Lohmann, der eine wissenschaftlich fundierte Neukonzeptionalisierung des Naturschutzes anregt. Hinsichtlich der Rolle der Künste gestalten sich die Vorschläge wieder deutlich abstrakter. Sie reichen vom pädagogischen Potenzial (Benjes) und der damit einher gehenden Katalysatorwirkung von Kunst bei der Stärkung des gesellschaftlichen Umweltbewusstseins (Lohmann) über die spiritualisierende Wirkung von Gedichten (Füger) bis hin zum Widerstand gegen die Atomkraft als Gesamtkunstwerk (Ehmke).
Kapitel III fasst solche Beiträge zusammen, welche den Schwerpunkt auf Perspektiven für die Wissenschaften und Künste gelegt haben. Diese Perspektiven orientieren sich mehrheitlich an der integrativen, Disziplinen übergreifenden Wirkung des Leitbildes der Nachhaltigkeit, wenngleich auch hier die Vorschläge recht unterschiedliche Abstraktheitsgrade aufweisen. Charlotte und Michael Wehrspaun fordern eine „nationale Nachhaltigkeitsstrategie” (S. 240), die freilich nur dann konkrete Formen annehmen und von Bestand sein kann, wenn sie kulturell eingebettet ist. Ähnlich abstrakte Vorschläge – wenn auch unter anderen begrifflichen Etiketten – formulieren Armin Mueller (Kulturalisierung der Politischen Ökologie) und Arko Eigenfeld (Ästhetik der Nachhaltigkeit). Spezifischere Vorgaben erhält der Leser von Englert, der – gemäß der Fragestellung der Ausschreibung – die Bedeutung der Wissenschaften (als Lieferanten notwendiger Informationen für die Öffentlichkeit) und Künste (als Erprober neuer Denk- und Handlungsweisen) für kognitive und letztlich kulturelle Veränderungsprozesse konkretisiert. Ergänzend hierzu kann Königs Vorschlag verstanden werden, der auf die zentrale Rolle der Erziehung zwecks Einleitung der notwendigen Umdenkensprozesse abhebt.
Die im Vorwort bereits angekündigte Unterschiedlichkeit der einzelnen Beiträge tritt somit in allen drei Kapiteln in mehrfacher Hinsicht zutage, etwa bezüglich der theoretischen Ansatzhöhe bei Ursachenanalyse und Lösungsvorschlägen (systemisch oder akteurszentriert), der hierbei gesetzten inhaltlichen Schwerpunkte (Wissenschaft, Kunst, Religion, Erziehung) oder auch des Umweltverständnisses der Autoren (Anthropozentrismus oder Ökozentrismus). Es hätte sich freilich gerade deshalb angeboten, das Vorwort im Interesse des Lesers ausführlicher zu gestalten, um ihm durch eine knappe Zusammenfassung der einzelnen Beiträge Zugang und Auswahl zu erleichtern. So aber ist der ursprünglichen Intention des Herausgebers, eine möglichst breite Diskussion über die Fragestellung einzuleiten, nicht geholfen, denn der Band erschließt sich ohne eine solche Einführung zunächst nur solchen Lesern unmittelbar, welche bereits mit der Diskussion, wie sie in Theologie, Philosophie und den Sozialwissenschaften geführt wird, vertraut sind.
Hinsichtlich der zentralen Fragestellung kann der Band verständlicherweise keine endgültige Antwort geben: Wissenschaften und Künste haben vielfach zur Bewahrung, aber auch zur Zerstörung der natürlichen Umwelt beigetragen. Ihre positive wie negative Wirkung ist allerdings, so stellen u. a. Fischer und Zimmermann in ihren Beiträgen fest, von ihrer Umsetzung in der gesellschaftlichen Praxis abhängig. In dieser Aussage wird die Zielsetzung des Bandes noch einmal deutlich: es darf nicht darum gehen, sich mit Fingerzeigen auf die Schuld der Wissenschaften und die Komplexität und Unübersichtlichkeit heutiger Gesellschaften aus der Verantwortung zu stehlen. Vielmehr ist jeder aufgefordert, sich fortwährend an der Kommunikation über die Genese und Lösung von Umweltproblemen zu beteiligen. Es besteht, so Werner Creutziger, „kein Grund zur Beruhigung” (S. 104). Genau diese Diskussion wollte die Ausschreibung anregen. Die Heterogenität der Beiträge, mag sie – je nach Vorkenntnissen – das Lesen teils auch erschweren, ist ein eindrucksvoller Beleg für das Gelingen dieses Unternehmens.
(Less)
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published
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keywords
science, art, nature vs culture, nature/culture, society, environmental philosophy, Ecological responsiveness, ecological sensitivity, ecocentrism, anthropocentrism, Political Philosophy
in
Zeitschrift Entwicklungspolitik
volume
25
issue
4
pages
59 - 60
language
German
LU publication?
no
id
ea69745e-0f00-44a7-af64-d113988cc444 (old id 2374374)
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2012-03-22 10:40:53
date last changed
2018-11-21 21:13:31
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  abstract     = {Rezension des Bandes „Die Rousseau-Frage – ökologisch definiert”, <br/>herausgegeben von Udo E. Simonis<br/><br/>Der Band ist hervorgegangen aus einer öffentlichen Ausschreibung aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums des „Jahrbuchs Ökologie” im Jahre 2001 zur Fragestellung: „Hat der Fortschritt der Wissenschaften und Künste dazu beigetragen, die Umwelt zu schützen und zu bewahren?” Diese Thematik lehnt sich an die von der Akademie von Dijon im Jahre 1750 gestellte Frage an, ob Wissenschaften und Künste zur Stärkung der gesellschaftlichen Moral beitragen – eine Frage, die von Jean-Jacques Rousseau damals in seinem preisgekrönten Essay “Discours sur les sciences et les arts” verneint wurde.<br/>Nachdem sich insgesamt 40 Autoren am Wettbewerb des „Jahrbuchs Ökologie” beteiligt hatten, wurden 18 Beiträge für den vorliegenden Band ausgewählt. Die unterschiedlichen Biographien der Autoren spiegeln die Interdisziplinaritaet und den Querschnittscharakter der Umweltthematik wider; neben Wissenschaftlern aus unterschiedlichsten Bereichen wie Kunstgeschichte, Philosophie oder Verhaltensphysiologie, sind auch Studienräte, Literaturübersetzer und Mitarbeiter oberster Bundesbehörden unter den Verfassern. Folgerichtig nähern sich die Autoren der Fragestellung aus recht unterschiedlichen Perspektiven, so dass eine inhaltliche Kohärenz oder Komplementaritaet der Beiträge nicht erwartet werden kann. Dies wurde vom Herausgeber auch nicht angestrebt; ihm geht es vielmehr darum – so Udo E. Simonis in seiner kurzen Einführung –, durch die Veröffentlichung eine „breit gefächerte Diskussion” (S. 8) über die Fragestellung auszulösen. <br/>Die in Kapitel I zusammengefassten Beiträge haben vorrangig das destruktive Potenzial von Wissenschaften und Künsten zum Thema. Gemeinsam ist diesen Artikeln, dass sie in der Moderne die Kulmination zweier Prozesse verorten: zum einen die zunehmende Zerstörung der (äußeren) Natur im Zuge eines fortwährenden Wachstumszwangs – und zum anderen die damit einher gehende wachsende Entfremdung des Menschen von der (inneren) Natur (vgl. Maik Hosang, S. 107). Folgerichtig erklären die meisten Autoren die gegenwärtigen Umweltprobleme evolutionistisch, so z. B. Falter, der in der Umweltkrise „nur ein Symptom drohender Entmenschlichung des Menschen” sieht (S. 17) oder Wohanka, der dem gegenwärtigen Zustand sogar die Bezeichnung als „Krise” verwehrt, da er „das Ergebnis eines urwüchsigen, von uns Menschen nicht ‚verantwortbaren’, jedoch von unserem Handeln getragenen Prozesses ist, der mit der Vertreibung aus dem biblischen Paradies (…) begann” (S. 80). Bei ihren Vorschlägen zur Bewältigung dieser Krise oder Nicht-Krise freilich schaltet ein Grossteil der Autoren dieses ersten Kapitels – mit Ulrich Beck gesprochen – „von der System- auf die Handlungslogik” herunter.  Am weitesten geht hierbei Piechoski, der in Form von Appellen wie „Mitwelt statt Umwelt!”, „Wirtschaft ohne Wachstumszwang!” und „Ästhetik der Nachhaltigkeit!” (S. 37ff.) die Säulen eines Projekts der ökologischen Aufklärung skizziert, das durch die Erfahrung der Umweltkrise einen entscheidenden Antrieb erhalten soll. Demgegenüber denken Wohanka und Rheinz ihre systemischen Analysen konsequent zu Ende und erteilen allen Hoffnungen auf eine Patentlösung eine klare Absage. So wird es laut Wohanka eine strategisch gewollte Alternative im Umgang mit der Natur nicht geben: „Jede ‚Lösung’ ist zugleich ‚Problem’” (S. 92). <br/>Die unter Kapitel II subsumierten Beiträge geben deutlich optimistischere Antworten, indem sie das in Wissenschaften und Künsten vorhandene konstruktive Potenzial zur Bewahrung der natürlichen Umwelt erörtern und in Handlungsvorschläge zu übersetzen versuchen. Einen – gegenüber den zumeist recht abstrakten Lösungsmodellen wie etwa einer Neustrukturierung der Wissenschaften (Andelfinger) – recht praktikablen, wenn auch sehr speziellen Vorschlag formuliert Michael Lohmann, der eine wissenschaftlich fundierte Neukonzeptionalisierung des Naturschutzes anregt. Hinsichtlich der Rolle der Künste gestalten sich die Vorschläge wieder deutlich abstrakter. Sie reichen vom pädagogischen Potenzial (Benjes) und der damit einher gehenden Katalysatorwirkung von Kunst bei der Stärkung des gesellschaftlichen Umweltbewusstseins (Lohmann) über die spiritualisierende Wirkung von Gedichten (Füger) bis hin zum Widerstand gegen die Atomkraft als Gesamtkunstwerk (Ehmke).<br/>Kapitel III fasst solche Beiträge zusammen, welche den Schwerpunkt auf Perspektiven für die Wissenschaften und Künste gelegt haben. Diese Perspektiven orientieren sich mehrheitlich an der integrativen, Disziplinen übergreifenden Wirkung des Leitbildes der Nachhaltigkeit, wenngleich auch hier die Vorschläge recht unterschiedliche Abstraktheitsgrade aufweisen. Charlotte und Michael Wehrspaun fordern eine „nationale Nachhaltigkeitsstrategie” (S. 240), die freilich nur dann konkrete Formen annehmen und von Bestand sein kann, wenn sie kulturell eingebettet ist. Ähnlich abstrakte Vorschläge – wenn auch unter anderen begrifflichen Etiketten – formulieren Armin Mueller (Kulturalisierung der Politischen Ökologie) und Arko Eigenfeld (Ästhetik der Nachhaltigkeit). Spezifischere Vorgaben erhält der Leser von Englert, der – gemäß der Fragestellung der Ausschreibung – die Bedeutung der Wissenschaften (als Lieferanten notwendiger Informationen für die Öffentlichkeit) und Künste (als Erprober neuer Denk- und Handlungsweisen) für kognitive und letztlich kulturelle Veränderungsprozesse konkretisiert. Ergänzend hierzu kann Königs Vorschlag verstanden werden, der auf die zentrale Rolle der Erziehung zwecks Einleitung der notwendigen Umdenkensprozesse abhebt.<br/>Die im Vorwort bereits angekündigte Unterschiedlichkeit der einzelnen Beiträge tritt somit in allen drei Kapiteln in mehrfacher Hinsicht zutage, etwa bezüglich der theoretischen Ansatzhöhe bei Ursachenanalyse und Lösungsvorschlägen (systemisch oder akteurszentriert), der hierbei gesetzten inhaltlichen Schwerpunkte (Wissenschaft, Kunst, Religion, Erziehung) oder auch des Umweltverständnisses der Autoren (Anthropozentrismus oder Ökozentrismus). Es hätte sich freilich gerade deshalb angeboten, das Vorwort im Interesse des Lesers ausführlicher zu gestalten, um ihm durch eine knappe Zusammenfassung der einzelnen Beiträge Zugang und Auswahl zu erleichtern. So aber ist der ursprünglichen Intention des Herausgebers, eine möglichst breite Diskussion über die Fragestellung einzuleiten, nicht geholfen, denn der Band erschließt sich ohne eine solche Einführung zunächst nur solchen Lesern unmittelbar, welche bereits mit der Diskussion, wie sie in Theologie, Philosophie und den Sozialwissenschaften geführt wird, vertraut sind. <br/>Hinsichtlich der zentralen Fragestellung kann der Band verständlicherweise keine endgültige Antwort geben: Wissenschaften und Künste haben vielfach zur Bewahrung, aber auch zur Zerstörung der natürlichen Umwelt beigetragen. Ihre positive wie negative Wirkung ist allerdings, so stellen u. a. Fischer und Zimmermann in ihren Beiträgen fest, von ihrer Umsetzung in der gesellschaftlichen Praxis abhängig. In dieser Aussage wird die Zielsetzung des Bandes noch einmal deutlich: es darf nicht darum gehen, sich mit Fingerzeigen auf die Schuld der Wissenschaften und die Komplexität und Unübersichtlichkeit heutiger Gesellschaften aus der Verantwortung zu stehlen. Vielmehr ist jeder aufgefordert, sich fortwährend an der Kommunikation über die Genese und Lösung von Umweltproblemen zu beteiligen. Es besteht, so Werner Creutziger, „kein Grund zur Beruhigung” (S. 104). Genau diese Diskussion wollte die Ausschreibung anregen. Die Heterogenität der Beiträge, mag sie – je nach Vorkenntnissen – das Lesen teils auch erschweren, ist ein eindrucksvoller Beleg für das Gelingen dieses Unternehmens.<br/>},
  author       = {Zelli, Fariborz},
  keyword      = {science,art,nature vs culture,nature/culture,society,environmental philosophy,Ecological responsiveness,ecological sensitivity,ecocentrism,anthropocentrism,Political Philosophy},
  language     = {ger},
  number       = {4},
  pages        = {59--60},
  series       = {Zeitschrift Entwicklungspolitik},
  title        = {Kein Grund zur Beruhigung},
  volume       = {25},
  year         = {2004},
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